Der Halle-Leipzig-Radschnellweg

Für den Radschnellweg zwischen den Städten Halle und Leipzig besteht ein großes Potenzial für die Metropolregion Mittelthüringen – dies war das Ergebnis der im Juni 2020 veröffentlichten Machbarkeits- und Potenzialstudie in Vertretung der Metropolregion Mitteldeutschland und der zugehörigen Städte. Die Partner wollen nun das länderübergreifende Bauvorhaben für eine klimafreundliche Mobilität der Pendler zusammen realisieren.

Der Radschnellweg – Unterstützung der Mobilität in der Metropolregion

Mit dem geplanten Radschnellweg zwischen Leipzig und Halle (Saale) soll ein innovatives Angebot für die klimafreundliche Mobilität zwischen den beiden eng verbundenen Städten realisiert werden. Vor allem die Anbindung der stetig anwachsenden Gewerbegebiete um den Flughafen Leipzig/Halle gibt die Möglichkeit, tausende Arbeitnehmer für den Umstieg auf das Rad auf ihrem täglichen Weg zur Arbeit zu gewinnen.

Der Halle-Saale-Radschnellweg sorgt für mehr Mobilität in der Innovationsregion Mitteldeutschland

Mit dem ersten Radschnellweg zwischen den beiden Städten soll ein wichtiges Signal für das Zusammenwachsen in der Metropolregion von Mitteldeutschland gesetzt und ein deutschlandweites Projekt zur Begünstigung des Radverkehrs gegründet werden. Mit der nun vorliegenden Potenzial- und Machbarkeitsanalyse gibt es einen Grundstein für dieses länderübergreifende Bauvorhaben, das jetzt zusammen mit den Partnern und den Bürgern vor Ort vorangebracht werden soll.

16 Versionen der Radstecke in einer Studie getestet

Im Rahmen der durch die Städte Halle (Saale) und Leipzig beauftragten Studie wurden 16 Trassenversionen für den Radschnellweg in einem etwa acht Kilometer breiten Korridor inmitten der Hauptbahnhöfe Leipzig und Halle (Saale) erforscht. In diesem Ergebnis wurden insgesamt drei Streckenverläufe bestimmt, bei denen die jeweilige Mindestauslastung von 2.000 Radfahrenden an einem Werktag zu großen Teilen vorliegt und die Anforderungen des Baus an den Radschnellweg umsetzbar sind.

Zu den Standards gemäß des Papiers “Gestaltung und Einsatz von Radschnellverbindungen” der Gesellschaft zur Forschung für Straßen- und Verkehrswesen gehören vor allem eine möglichst kreuzungsfreie und direkte und vom Fußgänger- und Autoverkehr getrennte Linienführung. Außerdem eine hohe Belagsqualität sowie hinreichende Breite, die eine gesicherte Befahrbarkeit auch bei hohen Geschwindigkeiten gestatten. Für die im Detail erforschten Strecken bestimmten die befugten Planungsbüros zudem die möglichen Kosten der etwa 36 Kilometer langen Verbindung. Sie belaufen sich je nach Führung der Strecke auf 35 bis 46 Millionen Euro.

Der Bau des Halle-Leipzig-Radschnellwegs

Dieses länderübergreifende Bauvorhaben wird durch eine Lenkungsgruppe unter Federführung der Metropolregion Mitteldeutschland gesteuert. Zu den Mitgliedern dieses Gremiums gehören Sachverwalter der Städte Halle (Saale), Leipzig, Schkeuditz und der Kommune Kabelsketal, der Kreise Saalekreis und Nordsachsen, des Planungsverbandes Westsachsen sowie des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes, der Planungsgemeinschaft Halle sowie des ADFC Leipzig und des ADFC Sachsen-Anhalt. Die Projektpartner besiegelten einen “letter of intent”, in welchem sie sich zu einer gemeinsamen und schnellstmöglichen Realisierung und Planung des Radschnellwegs Halle-Leipzig gestehen.

Die ADFC-Landesverbände Sachsen und Sachsen-Anhalt, der Regionalverband Halle (Saale) und die Ortsgruppe der Stadt Leipzig befürworten, dass der Radschnellweg Halle-Leipzig auf einem direkten Weg über Schkeuditz an der S-Bahnlinie S3 gestaltet wird. Neben dieser Verbindung der Städte Schkeuditz, Halle und Leipzig bindet der Schnellweg die Gewerbegebiete im Kabelsketal, Halle Messe Gröbers, Zwintschöna, Großkugel, Schwoitsch, das Logistikdrehkreuz am Flughafen sowie das Güterverkehrszentrum von Leipzig an. Eine direkte Führung an der S-Bahnlinie S3 erweitert die Verwendung des Radschnellwegs in Vereinigung mit der S-Bahn und fördert vor allem den Umweltverbund.

Solche Radschnellwege dienen der schnellen und leistungsstarken Abwicklung großer Radverkehrsmengen. Diese bieten eine schnelle und direkte Verbindung von bedeutenden Bereichen der Städte Halle und Leipzig. Auch ein schnelles Vorankommen bei einer geringen Reisegeschwindigkeit von etwa 20 km/h ist geplant. Dies wird durch eine möglichst kreuzungsarme Wegführung ermöglicht. Wenn Kreuzungen nötig sind, gibt es geringe Wartezeiten für die Radfahrer. Zugleich ist der Schnellweg eine hohe Belagsqualität. Die großzügig gestaltete Breite von 4 Metern als Zweirichtungsradweg bzw. 3 Meter für den Einrichtungsradweg gewährleistet, dass auch Nebeneinanderfahrende ohne Gefahren überholt werden können.