Photovoltaik-Industrie in Mitteldeutschland

Seit September 2008 gehörte das sogenannte Solarvalley Mitteldeutschland zu den Hochtechnologie-Spitzenclustern in Deutschland. Jede 7. Solarzelle, die weltweit produziert wurde, stammte aus der Metropolregion. Damit war die Metropolregion Mitteldeutschland eine der bedeutendsten Standorte in der Photovoltaikbranche.

Im Solarvalley befinden sich noch immer dicht konzentriert wichtige Forschungseinrichtungen, regionale Produzenten sowie Bildungsträger der Silizium–Photovoltaikbranche. Das Spitzencluster “Solarvalley Mitteldeutschland” wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Entwicklungen

PhotovoltaikIndustrieMitteldeutschland

Zu Spitzenzeiten hatten sich 30 Weltunternehmen der Photovoltaikindustrie an dem Standort angesiedelt und beschäftigten ca. 10.000 Mitarbeiter. Fast jeder 100. Industriearbeiter in den neuen Bundesländern Sachsens, Sachsen-Anhalts sowie Thüringens arbeiteten dort. Zeitweise wurden in diesem Industriebereich mehr Stellen geschaffen als in den Chemie- oder Energiewirtschaft.

In Thüringen, Sachsen und auch Sachsen-Anhalt galt die Photovoltaikindustrie lange Zeit als Jobmotor. Aufgrund zahlreicher Insolvenzen und der weltweiten Konsolidierung des Marktes ging die Zahl der Beschäftigten jedoch stark zurück. Im Jahre 2011 hatte sich die Zahl der Arbeitsplätze lt. Branchenverband Solarvalley Mitteldeutschland halbiert.
Der Arbeitsplatzverfall der Branche war eine Folge der weltweit produzierten Überkapazitäten. Innerhalb von nur 2 Jahren setzte aufgrund der Überkapazitäten ein starker Preisverfall von ca. 70 % ein. Die Arbeitsplatzentwicklung in Sachsen-Anhalt verlief besonders gravierend. Im Jahre 2011 befand sich die Beschäftigungszahl noch bei ca. 5.000 Mitarbeitern. Im Jahre 2013 sank sie hingegen auf nur noch 1.700 Beschäftigte. In Sachsen und Thüringen verlief die Entwicklung ebenso gravierend. Die Solarindustrie reduzierte ihre Angestellten von 8.299 auf 4.500 in Sachsen und in Thüringen von 6.700 auf 4.500 Beschäftigte. Die Insolvenzen von Q-Cells, Sovello sowie von Solarworld und der Ausstieg von Bosch aus dem Photovoltaikgeschäft trugen ihren Anteil zu den Jobverlusten in der Region bei.

Initiative Solarvalley Mitteldeutschland

Die Metropolregion Mitteldeutschland hat durch die Initiative Solarvalley Mitteldeutschland ein Instrument zur Formung, Steuerung sowie Weiterentwicklung gebildet. Es haben sich eine Reihe von Akteuren zusammengefunden, die aktiv an der Weiterentwicklung des neuen Energiesektors Einfluss nehmen und maßgeblichen auf die Energiewende hinarbeiten. Die Akteure setzen sich aus dem Sektor der Erneuerbaren Energien, wie Technologiehersteller oder Vermarkter des erneuerbaren Stroms zusammen. Vertreter der konventionellen Energieerzeugung sowie Netzbetreiber komplettieren die Zusammensetzung der Akteure. Die verschiedenen Parteien, die sich in der Initiative zusammengeschlossen haben, erkannten durch die Entwicklungen der vergangenen Jahre, das gemeinsame Potentiale nur entwickelt werden können, wenn neue technische und auch logistische Lösungskonzepte geschaffen werden.

Die systematischen Ansätze der vier Säulen der energetischen Wende, werden hierbei systematisch verknüpft. Die daraus resultierenden Bereiche sind analog zu den Funktionen der Solar Valley GmbH zu sehen. Es gibt hierbei insbesondere ein System von speziellen F&E Leitprojekten. Aktuell verfolgt die Initiative ein Projekt namens smartEnergy. Ziel dieses Projektes ist die Definition eines neuen Clusterprojekts smartEnergy. Die zugrundeliegende Zeitspanne befindet sich im Zeitraum 2017-2020.

Zu den unterschiedlichen Leitprojekten der Initiative gehören insbesondere folgende Projekte:

  1. Blockspeicher Kraftwerk
  2. Intelligentes Ortsnetz
  3. Bio Methan plus
  4. Smart PV
  5. Redox-Flow-Speichersystem

1. Blockspeicher Kraftwerk:

Durch die Komponenten Hochdruckelektrolyseur, Wasserstoffspeicher und Generatorset mit Gasmotor für den Wasserstoffbetrieb wird eine systematisch Lösung für die sogenannte Speicherung sowie Rückverstromung des Überschussstroms von unterschiedlichen Solaranlagen entwickelt.

2. Intelligentes Ortsnetz:

Es sollen dezentrale und erneuerbare elektrische Energieerzeuger integriert werden, um die Vision eines intelligenten Netzes, „Smart Grid“, zu schaffen.

3. Bio Methan plus:

Durch eine neue Technik sollen Biogasanlagen zum sogenannten Lastausgleich in elektrischen Netzen integriert werden.

4. Smart PV:

Für die kommende Generation von Photovoltaikanlagen sollen neue Forschungsansätze zur weiteren Minimierung der Stromentstehungskosten sorgen.

5. Redox-Flow-Speichersystem:

Der vorliegende Batterietyp ist aufgrund des hohen Wirkungsgrades, der Länge der Lebensdauer, der hohen Zyklenfestigkeit sowie der flexiblen Skalierbarkeit sehr gut als Pufferspeicher für den Überschussbereich aus fluktuierender, regenerativer Energie in Inselnetzen oder auch netzgekoppelten Systemen geeignet.