Weimar, die Stadt der Dichter und Denker

Weimar ist eine Stadt in Thüringen, die vor allem für ihre, von Kunst und Kultur geprägte Vergangenheit, bekannt ist. Diese Stadt gab sowohl der Weimarer Klassik als auch der Weimarer Republik ihren Namen – hierbei wird deutlich, welchen großen Einfluss die kreisfreie Stadt seit Jahrhunderten auf die deutsche Geschichte und die deutsche Kultur hat.

Verlauf der Geschichte Weimars

Weimer in mitteldeutschland

Die erste politische Einheit, die das heutige Weimar einschließt, bestand 946 und 1346. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Stadt als „Burg Weimar“ in einer Aufzeichnung von Otto II. Im Jahr 1250 wurde Weimar erstmals als Siedlung bezeichnet, nachdem wenige Jahre zuvor die spätere Stadtkirche erbaut wurde. Im Jahr 1410 folgten die wichtigen Stadtrechte. 1552 wurde Weimar sogar zur Hauptstadt des Herzogtums Sachsen-Weimar.

Zwischen 1919 und 1933 bestand schließlich die Weimarer Republik, die im örtlichen Deutschen Nationaltheater ausgerufen wurde und die, unter anderem durch die Weimarer Verfassung als Vorläufer des Deutschen Grundgesetzes und der Einführung des Frauenwahlrechts, die Entwicklung der deutschen Politik entscheidend prägte. Unter der anschließenden Diktatur der Nationalsozialisten wurde der Stadt aufgrund ihres kulturellen Erbes erneut große Aufmerksamkeit zuteil – Hitler ließ die Stadt teilweise nach seinen Vorstellungen umgestalten und durch neue Gebäude erweitern.

Nach dem Ende der DDR wurde Weimar im Jahr 1993 zur Kulturhauptstadt Europas ernannt und auch heute noch genießt die kreisfreie Stadt in der Mitte Thüringens international ein hohes Ansehen.

Weimar als kultureller Höhepunkt Thüringens

Weimar ist über die Grenzen Deutschlands hinaus für seine großartigen Dichter und Denker bekannt. Doch nicht nur Schiller und Goethe verleihen der Stadt ihren kulturellen Charme – auch verschiedene Theater und Museen tragen dazu bei, dass Weimar als Kulturhauptstadt gehandelt wird. Das Deutsche Nationaltheater ist eines der bedeutendsten Theaterhäuser Deutschlands und hatte als Versammlungsort der Nationalversammlung auch politische Bedeutung. Ebenso sehenswert sind die Stadtkirche St. Peter und Paul, auch als Herderkirche bezeichnet, die bereits seit über 700 Jahren besteht sowie das Stadtschloss Weimar, das ein Museum beinhaltet: Hier gibt es eine Ausstellung zum Thema Mittelalter und Werke von bedeutenden Künstlern wie Albrecht Dürer.

Daneben ist Weimar auch wirtschaftlich nicht zu unterschätzen: Als Industriestandort hat sich die Stadt insbesondere auf den Maschinen- und Anlagenbau sowie die Metallverarbeitung konzentriert. Daneben bilden die Kunststoff-, Chemie- und Pharmazieindustrie eine der größten Bestandteile der örtlichen Wirtschaft.

Als Kulturhauptstadt trägt Weimar zudem auch auf dem Gebiet der Kultur-, Kreativ- und Bildungswirtschaft einen bedeutenden Teil zu innovativen Projekten in der Region bei. Musik- und Geisteswissenschaften stehen im Fokus. Die Bauhaus-Universität Weimar, als eine von drei Weltkulturerbestätten der UNESCO in Weimar, bietet Studiengänge aus den Bereichen Architektur, Bauingenieurwesen und Gestaltung an und trägt einen bedeutenden Teil zur Bildung des Nachwuchses bei. Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek wurde erst vor wenigen Jahren nach einem Brand erneut restauriert und beherbergt über eine Million Bücher, vornehmlich aus der Zeit des 18. und 19. Jahrhunderts. Die Musikhochschule Franz Liszt in Weimars fördert junge Talente aus der ganzen Welt und begeistern mit mehreren hundert Aufführungen und Konzerten im Jahr interessierte Kenner und Musikbegeisterte.

Schiller und Goethe: die bedeutendsten Dichter der Stadt Weimar

Die wohl bekanntesten Dichter Deutschlands, Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe, verbrachten einen großen Teil ihres Lebens in Weimar. So zog beispielsweise Friedrich Schiller 1799 nach Weimar. Hier vollendete er zahlreiche seiner Werke, unter anderem „Maria Stuart“ und „Wilhelm Tell“. Schiller wurde nach seinem Tod in Weimar beerdigt.
Goethe kam mit 26 Jahren nach Weimar und führte als Freund des Herzogs einige politische Ämter aus, die er jedoch aufgrund seiner dichterischen Tätigkeiten einschränkte: In Weimar schuf Goethe zum Beispiel „Der Zauberlehrling“. Auch Goethe verstarb in Weimar und wurde nach seinem Tod im Jahr 1832 neben Schiller beerdigt.

Weimarer Altstadt

Die Weimarer Altstadt wurde in den Jahren nach der Wende aufwendig saniert, sodass bis heute ein großer Teil der historischen Bausubstanz erhalten geblieben ist und bei einem Spaziergang durch die kleinen Gassen und Straßen bewundert werden kann. Nach einem Rundgang durch die Stadt, vorbei am berühmten Denkmal von Schiller und Goethe vor dem Nationaltheater Weimars, dem Wohnhaus von Schiller und seiner Familie und vorbei an dem berühmten am historischen Rathaus auf dem Markplatz, welches etliche Male aufgrund von Bränden neu errichtet werden musste, in Richtung Weimarer Schloss, lädt das bekannte Café und Restaurant „Anno 1900“ zu einer herzhaften oder süßen Stärkung in gemütlicher Atmosphäre ein.

Eine gut ausgebaute Infrastruktur sorgt dafür, dass nicht nur die Innenstadt, sondern auch das grüne Umland Weimars mit Bus und Bahn gut erreichbar ist.

Gedenkstätte Buchenwald

Die Gedenkstätte Buchenwald, welche von 1937 bis 1945 ein Konzentrationslager der Nationalsozialisten war und während der sowjetischen Besatzungszeit bis 1950 als Speziallager genutzt wurde, liegt ganz in der Nähe der Stadt auf dem Ettersberg.
1958 wurde es als „Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald“ für Besucher geöffnet.

Am 17. April 2016 eröffnet eine neue Dauerausstellung zur Geschichte des Konzentrationslagers Buchenwald. Die Ausstellung zeigt zum ersten Mal auch viele persönliche Gegenstände der früheren Häftlinge, welche vor allem von den Überlebenden selbst, aber auch von Familienangehörigen der Gedenkstätte zur Verfügung gestellt wurden. Zusätzlich wird es eine Vielzahl von historischen Quellen wie Fotografien und Original-Schriften geben, die Einblick in den Lageralltag und das persönliche Schicksal der Häftlinge geben.