Europastadt Görlitz, die östlichste Stadt Deutschlands

Görlitz ist die am weitesten östlich gelegene Stadt Deutschlands. Durch ihren exponierten Standort besitzt sie einen besonderen kulturellen und wirtschaftlichen Stellenwert – als Europastadt, gemeinsam mit der polnischen Partnerstadt Zgorzelec, die am anderen Ufer der Neiße sitzt, stellt Görlitz eine Verbindung zwischen beiden Ländern dar. Gemeinsam mit Bautzen und Hoyerswerda bildet Görlitz den Oberzentralen Städteverbund für die Region Oberlausitz-Niederschlesien. Görlitz besitzt eine ganze Reihe neu restaurierter Gebäude. Besucher und Bewohner können durch eine historische Altstadt schlendern, die gleichzeitig eine moderne Wirtschaftsstadt ist, welche in einer wunderschönen Landschaft liegt und auch im Umland zu Ausflügen in die Natur einlädt.

Werdegang und Geschichte von Görlitz

In einer Urkunde von 1071 von Heinrich IV. wird Görlitz erstmals als „villa gorelic“ bezeichnet. 1303 wurde Görlitz das Städterecht verliehen, nachdem die Stadt als Siedlung von Kaufleuten bekannt wurde – der günstige Standort machte Görlitz jahrhundertelang zu einer wichtigen Handelsstadt.

Bis zum Jahr 1900 war die Einwohnerzahl auf über 80.000 Menschen angewachsen, schon zwei Jahre später wurde Görlitz Hochschulstadt. Während des zweiten Weltkriegs wurde Görlitz größtenteils verschont – die örtliche Feuerwehr verhinderte in der Reichspogromnacht sogar, dass die Görlitzer Synagoge abbrannte. Sie ist bis heute eine der wenigen erhaltenen Synagogen Sachsens. Heute befinden sich in der ostdeutschen Stadt etwa 4.000 sorgfältig renovierte Bauwerke und Denkmäler, sodass Görlitz zu einer der am besten erhaltenen Altstädte Deutschlands zählt. Hier befinden sich Denkmäler aus der Gotik, der Renaissance, dem Barock, dem Jugendstil und der Gründerzeit.

Kultur und Wissenschaft in Görlitz

Görlitz zeichnet sich durch ein hohes Maß an kulturellen Anlaufstellen und Veranstaltungen aus. Es gibt in der ostdeutschen Stadt zahlreiche Museen, Kinos und Theater, die ein umfangreiches Angebot für verschiedene Zielgruppen anbieten: Dazu gehört zum Beispiel das Kulturhistorische Museum, das gemeinsam mit der „Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften“, die Görlitzer Sammlungen für Geschichte und Kultur bilden. Das Kulturhistorische Museum ist dabei in drei Gebäudeteile untergegliedert: der Kaisertrutz, der Reichenbacher Turm und das Barockhaus Neißstraße 30. Im Kaisertrutz wird die kulturgeschichtliche Entwicklung von Görlitz und der Region aus den letzten 12.000 Jahren dargestellt, während Besucher im Reichenbacher Turm mehr über die Stadtgeschichte erfahren. Das Barockhaus Neißstraße 30 ist, wie der Name schon sagt, dem Barockstil und dessen Einrichtungen, Sammlungen und Kunststücken gewidmet – eine spannende Ausstellung für alle Kunstliebhaber und Interessierte.

Auch wissenschaftlich und wirtschaftlich ist Görlitz aktiv. Vornehmlich konzentrieren sich die Wirtschaftsleistungen der Stadt auf den Maschinenbau, den Schienen- und Fahrzeugbau, die Medizintechnik und IT-Dienstleistungen. Der Tourismus und der Einzelhandel haben eine ebenso wichtige Bedeutung für die Wirtschaftskraft der Region. Dabei ist die Stadt darauf bedacht, neue Arbeitsplätze zu schaffen und bestehende Arbeitsplätze zu fördern. Durch ihren einzigartigen Standort, im östlichsten Teil Deutschlands, wird Görlitz, zusammen mit der polnischen Partnerstadt Zgorzelec, besondere Bedeutung zuteil.

Görlitz erleben – Parks und Denkmäler

Görlitz besitzt nicht nur eine sehenswerte Altstadt, sondern auch zahlreiche bekannte Persönlichkeiten: Neben dem bekannten Fußballspieler Michael Ballack stammen der Schriftsteller Dieter Schubert und der Physiker und Nobelpreisträger Hans Georg Dehmelt aus Görlitz.

Neben den 4.000 restaurierten Gebäuden finden Touristen und Einheimische auch in örtlichen Parks und auf öffentlichen Plätzen zahlreiche kleinere Denkmäler und Statuen. Dazu gehören, zum Beispiel das Friedrich-Schiller-Denkmal, das sich an einer Ampelkreuzung befindet. Grünanlagen, wie der Berggarten, der Kreuzkirchenpark und die Friedenshöhe prägen das Stadtbild maßgeblich und laden zum Spazieren ein. Ein Stadtrundgang lohnt sich ebenfalls, bei dem die historische Altstadt sowie die verschiedenen Plätze und Viertel betrachtet und entdeckt werden können: Der Görlitzer Fischmarkt, der Marienplatz oder der zentrale Postplatz bieten wunderschöne Wasserspiele und Bepflanzungen. Hier ist die Stadt lebendig! Als besondere Ausflugsziele im Umland sind für Besucher und Bewohner von Görlitz das Dreiländereck oder auch der Berzdorfer See bekannt.