Erfurt – die Landeshauptstadt im Herzen Thüringens

Als Landeshauptstadt und zugleich größte Stadt von Thüringen, wird Erfurt große Bedeutung zuteil – sowohl für die Politik im Bundesland als auch für Bildung, Wirtschaft und Kultur. Neben Jena und Gera ist diese Stadt eines der drei Oberzentren Thüringens. Erfurt liegt am südlichen Teil des Thüringer Beckens am Fluss Gera und zählt heute über 200.000 Einwohner.

Erfurt als zentraler Handelspunkt im Mittelalter

Erstmals wurde Erfurt im Jahr 742 erwähnt. Bei der Errichtung des Bistums Erfurt wurde die heutige Großstadt als Großbistum bezeichnet. Hier wurde schon bald deutlich, welch zentrale Rolle Erfurt in Thüringen einnahm. Während des Mittelalters war vor allem die jüdische Kultur stark vertreten – so zählt die „Alte Synagoge“ zu den ältesten Synagogen in Deutschland. Der Bau begann bereits 1094. Im Mittelalter erreichte Erfurt auch einen wirtschaftlichen Höhepunkt. Die Stadt wurde zum Mittelpunkt des Handels im mittleren Heiligen Römischen Reich.

Im ersten und zweiten Weltkrieg wurden sowohl die Stadt mit ihren Gebäuden, als auch die Bewohner Erfurts, stark in Mitleidenschaft gezogen: Ein großer Teil der Gebäude wurde völlig oder teilweise zerstört, viele Erfurter verloren ihr Leben. Nach dem Ende der Herrschaft durch die Nationalsozialisten erholten sich die Infrastruktur und die Gebäude wieder.

1948 wurde Erfurt zur Hauptstadt Thüringens erklärt. Seither wurden zahlreiche Altbauten saniert und einige Neubauten geschaffen – Erfurt ist heute eine moderne Stadt.

Der kulturelle und wirtschaftliche Mittelpunkt Thüringens

ErfurtSdadtRegeionMitteldeutschland

Kunst und Kultur sind ein großes Thema in Erfurt. In den verschiedenen Theatern der Stadt werden zahlreiche Aufführungen dargestellt – zu den beliebtesten gehören dabei das „Neue Schauspiel Erfurt“, das „Erfreuliche Theater Erfurt“ oder auch das „Neue Opernhaus Erfurt“. Besucher, die sich für die Geschichte der Stadt interessieren, kommen in der Landeshauptstadt Thüringens auf ihre Kosten: Die bereits erwähnte „Alte Synagoge“ präsentiert beispielswiese in einer Ausstellung die Geschichte der Juden Erfurts und den jüdischen Gold- und Silberschatz, sodass Besucher mehr über die jüdische Kultur und deren Einfluss im Mittelalter erfahren können. Im Erfurter Puppenstubenmuseum wird eine sorgfältig zusammengestellte Sammlung der schönsten Puppenstuben vorgestellt, während sich im Forum „Konkrete Kunst“ in der Erfurter Peterskirche, alles um künstlerische Rauminstallationen und geometrische Formen in der Kunst dreht.

Erfurt ist außerdem einer der wichtigsten wirtschaftlichen Standorte Deutschlands – schon im Mittelalter wurde die tragende Rolle dieser Stadt als Handelspunkt deutlich. Heute konzentriert sich die Erfurter Wirtschaft vor allem auf Verwaltungen und Dienstleistungen. Daneben besitzen vor allem der Maschinen- und Anlagenbau, die Mikroelektronik und die Medien- und Kreativwirtschaft große Bedeutung für Erfurt. Aufgrund der günstigen geographischen Lage ist Erfurt ebenso im logistischen Bereich intensiv tätig. Wichtige Institutionen finden sich in der Landeshauptstadt: Das Bundesarbeitsgericht sowie die Universität und Fachhochschule Erfurt haben hier ihren Sitz.

Studienstadt Martin Luthers und Heimat der Rostbratwurst

Der wohl bekannteste Bewohner, wenn auch nur zeitweise, war Martin Luther. Dieser absolvierte von 1501 bis 1505 sein Studium an der Universität Erfurt. Während der Reformation wurde die Stadt Erfurt immer deutlicher evangelisch geprägt. Luthers Wirken in Erfurt hing maßgeblich von der Wirkung Erfurts auf Luther ab: An der philosophischen Fakultät der Stadt wurde Luthers weiterer Werdegang entscheidend beeinflusst.

Die Thüringer Rostbratwurst ist weit über die Grenzen Thüringens bekannt – in der Landeshauptstadt Erfurt erfährt dieses kulinarische Wahrzeichen in Form des örtlichen Born-Senf-Museums besonders viel Aufmerksamkeit. In dem Museum erfahren Besucher alles über den besonderen Senf aus Thüringen.

Nicht zuletzt zieht der Erfurter Dom, der auch Mariendom genannt wird, jährlich unzählige Menschen an. Der wichtigste und zugleich älteste Kirchenbau der Stadt beinhaltet unter anderem einen hochgotischen Chor, einen romanisch gestalteten Turmbereich sowie eine spätgotische Westhalle. Hier finden mit der beeindruckenden Hauptorgel regelmäßige Orgelkonzerte statt, die durch den exzellenten Chor unterstützt werden – eine musikalisch besondere Darbietung, die sowohl Touristen als auch Einheimische immer wieder begeistert.