Industrie für Mikroelektronik in Mitteldeutschland

Mikroelektronik „Made in Germany“. In Mitteldeutschland schlägt das Herz der Industrie für Mikroelektronik. Die drei Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind führend im Bereich Forschung, Entwicklung und Fertigung von mikroelektronischen Bauteilen. Nicht nur die Lage ist einzigartig, darüber hinaus verfügen diese Länder über ein einzigartiges Konzept zur Förderung von Wissenschaft und wirtschaftspolitischer Zusammenarbeit.

Kooperation und Unternehmergeist

Die Mikroelektronik befasst sich mit der Welt jenseits des sichtbaren Auges. Sichtbar hingegen sind die Erfolge mittelständischer Unternehmen im Bereich Halbleitertechnik. Dieser Erfolg hat einen Namen. Der Branchenverband „Silicon Saxony“ mit seinen 290 Mitgliedsunternehmen ist der Erfolgsgarant für die mitteldeutsche Halbleiterindustrie. Immerhin beschäftigen die Unternehmen dieses Dachverbands über 40000 Mitarbeiter. Der Verband ist in Europa der Größte seiner Art. Mittlerweile haben sich namhafte Unternehmen wie Infineon, GLOBALFOUNDRIES (AMD), Siltronic AG und andere dem Verband angeschlossen.

Grund für diese Entwicklung ist vor allem die Kooperation zwischen den einzelnen Schwerpunkten. So wird in der Region nicht nur produziert – auch Forschung und Entwicklung haben hier einen fruchtbaren Boden gefunden. Durch die Bildung von speziellen Foren (Arbeitskreise) lassen sich nicht nur Synergieeffekte verwirklichen. Gleichzeitig werden neue Trends im Bereich Mikroelektronik entwickelt und konzipiert. Ebenso kann mit diesen Foren zeitnah und zielgerichtet auf die stetig veränderten Anforderungen reagiert werden. Das Erkennen neuer Trends, das Entwickeln neuer Designs und das Forschen nach neuen Methoden machen diese Arbeitskreise zu einem wichtigen Bestandteil der Kooperationsgemeinschaft „Silicon Saxony“. Davon profitieren letztendlich auch Unternehmen, die sich mit der Produktion von Wirtschaftsgütern im Allgemeinen befassen.

Prozessoren auf kleinsten Raum

MikroelektronicProzessorSilikonWaferMitteldeutschland

Die Entwicklung der Halbleitertechnik ist noch längst nicht abgeschlossen. Die Computerchips unterliegen immer noch einer Miniaturisierung. Dies zeigt sich insbesondere in dem allgemeinen Maschinenbau. Auch in der Automobilindustrie sind funktionale Prozessoren auf kleinsten Raum gefragt. Dabei geht es nicht nur um die physische Größe der Halbleiter. Die Leistung zukünftiger Halbleiter soll mit zukunftsweisenden Verfahren gesteigert werden (Stichwort: autonomes Fahren). Dabei schließt das eine das andere nicht aus. Moderne Computerchips schaffen es auf eine „Größe“ von einigen Dutzend Nanometern. Zukünftige Halbleiter werden noch kleiner werden. Auf molekularer Basis arbeitende Halbleiter werden mit denen heutiger Baureihen kaum noch etwas gemeinsam haben.

In Mitteldeutschland hat man diesen Trend bereits erkannt. An den Universitäten werden neuartige Studiengänge im Bereich Bioelektronik (Biotechnik) bereits angeboten. So wurde bereits 2002 im Rahmen der Initiative „Biotechnologie Offensive des Freistaat Sachsen“ die „Bio City Leipzig“ eingeweiht. Diese und andere Initiativen bilden den Erfolg für die Mikroelektronik in Mitteldeutschland.

El-Dorado für IT-Fachkräfte

All die Anstrengungen für die Mikroelektronik in Mitteldeutschland haben nur ein Ziel: Deutschland möchte weltweit eine führende Rolle in der Computertechnologie übernehmen. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, wird in Mitteldeutschland eine Menge getan. In der Forschung und Entwicklung zukünftiger Produkte der Mikroelektronik sind die ansässigen Universitäten führend. Besonders die Sicherheit der Sensortechnik ist Schwerpunkt dieser Anstrengungen. Auch das Verhalten neuer Materialien wird unter die Lupe genommen. Dabei spielt auch CAM (Computer Aided Manufacturing) eine wichtige Rolle. Dieses Entwicklungstool eignet sich hervorragend für das Konstruieren kleinster Bauteile.

Aus diesen Gründen finden Absolventen der Hochschulen in Mitteldeutschland eine hervorragende berufliche Perspektive. Da sind Forscher und Entwickler genauso gefragt wie IT-Spezialisten. Längst hat sich die gesamte Wertschöpfungskette der Mikroelektronik in Mitteldeutschland niedergelassen. Nicht nur die Halbleiterindustrie befindet sich vor Ort. Auch IT- Unternehmen und Softwarespezialisten bieten ihre Dienste an. Hier lassen sich Unternehmen wie die e-dox AG finden. Auch Kupper Computer GMBH hat neben Berlin eine Vertretung in Leipzig. IT- Security-Spezialist hat seinen Sitz in Halle. Damit auch in Zukunft die Mikroelektronik in dieser Region fest beheimatet ist, dafür arbeiten die Frauen und Männer in der Halbleiterindustrie.