Jena

Jena ist eine Metropolregion in Mitteldeutschland, gelegen an der Saale zwischen Muschelkalkhängen der Ilm-Saale-Platte. Jena ist nach Erfurt die zweitgrößte Stadt des Bundeslandes Thüringen und zählt zu den drei Oberzentren des Landes. Ihre größte Ausdehnung beträgt 14,7 Kilometer in Nord-Süd-Richtung sowie 12,2 Kilometer von Ost nach West. In der Nähe befinden sich Weimar, Apolda, Rudolstadt, Gera und Erfurt. Klimatisch gehört Jena zu den begünstigten Gegenden Deutschlands, weil an den steilen Talhängen die Sonnenstrahlen stark reflektiert werden. Der Muschelkalk gewährleistet eine Wärmespeicherung, die zu milden Jahreszeiten beiträgt.

Geschichtliche Stationen

Die Saalestadt wurde von 830 bis 850 erstmals als „Liutdraha“ erwähnt, was sich auf das ausgegangene Dorf Leutra bezieht, welches sich in der heutigen Johannisvorstadt befand. Später erfolgten weitere Bezeichnungen, wie „Gene“, „Iehene“ oder „Iene“. Die Endung „a“ ist erst seit dem 15. Jahrhundert belegt.

Die Reformation begann in Jena 1523 mit dem Theologen Martin Reinhardt. 1525 kam es zu Zerstörungen durch Bauern und Stadtbewohner, bei denen das Karmeliterkloster und das Dominikanerkloster verwüstet wurden. Nach dem Schmalkaldischen Krieg 1546/47 ging der Besitz der Ernestiner, östlich der Weißen Elster, verloren und es entstand das Herzogtum Sachsen. Johann Friedrich I., der Großmütige, gründete 1548 die „Hohe Schule“, aus der 1558 die Universität Jena entstand.

Im Zweiten Weltkrieg gingen durch alliierte Bombenangriffe weite Teile des Stadtzentrums verloren. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Ruinen vieler, teils historischer Gebäude abgetragen. Ab 1957 begann ein planmäßiger Wohnungsbau nach industriellem Vorbild, wobei unter anderem von 1965 bis 1975 das Neubaugebiet Jena-Lobeda-West entstand.

In der Innenstadt entstand von 1969 bis 1972, das bis heute das Stadtbild beherrschende Hochhaus der Universität. Der „Jentower“ war seinerzeit mit einer Höhe von 144,5 Metern (159,60 Metern mit Antenne) das zweithöchste Hochhaus in Deutschland.

Historische Bauwerke

Zu den historischen Gebäuden, die nicht im Krieg zerstört wurden, gehört das Jenaer Rathaus. Es wurde 1365 erstmals erwähnt und ist somit eines der ältesten Rathäuser Deutschlands. Das Bauwerk wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgebaut und stellt heute ein wichtiges Zeugnis für den historischen Wandel und Fortschritt der Saalestadt dar. Der Turm wurde 1755 errichtet und beherbergt eine Kunstuhr, die den „Schnapphans“ als zentrale Figur beinhaltet.

Die spätgotische Stadtkirche St. Michel entstand ab 1380 und wurde im 16. Jahrhundert vollendet. Von ihrer Steinkanzel predigte Martin Luther. Die Kirche beinhaltet eine Bronze-Grabplatte für Luther, die von Lucas Cranach dem Älteren geschaffen wurde. Nach Kriegszerstörungen strahlt das Bauwerk heute in neuem Glanz.

JenaArchitekturGoethe

Universitätsstadt, Technologiezentrum und Lichterstadt

Die Friedrich-Schiller-Universität ist heute mit fast 20.000 Studenten die größte Universität in Thüringen.

Die thüringische Stadt ist noch heute ein Zentrum der Optik- und Feinmechanikindustrie. Maßgeblich dafür ist das Unternehmen Carl Zeiss, welches während der DDR-Zeit als „Kombinat Carl Zeiss Jena“ mit etwa 60.000 Beschäftigten einer der größten Betriebe war.

Jena wandelte sich nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 von einer Industriestadt zu einem Bildungs- und Wissenschaftszentrum. Heute befinden sich dort zahlreiche Forschungslabore und Institute. 2007 erhielt die Saalestadt den Titel „Stadt der Wissenschaft des Jahres 2008“.

Auch das Licht hat in Jena schon immer eine bedeutende Rolle gespielt. Licht führte zur Entwicklung von Planetarien und war eine wichtige Voraussetzung für die Forschung. Licht führte zur Ansiedlung bekannter Unternehmen, wie Jenoptik Zeis oder Schott. Dazu kamen weitere zukunftsorientierte Gesellschaften und Forschungsinstitute der optischen Industrie, Mikrosystemtechnik und der Biotechnologie.

Große Geister

Die Saalestadt wurde durch viele Geister geprägt. Beginnend bei Philosophen und Dichtern, über Vertreter der Romantik bis zu wichtigen Unternehmern, entstand in Jena eine Verbindung zwischen Kunst, Wissenschaft, Technik und Industrie. Noch heute knüpft die Kulturlandschaft an diese Tradition an. Hierzu gehören die Jenaer Philharmonie und das internationale Open-Air-Festival „Kulturarena“.