Chemnitz

Chemnitz ist eine Großstadt im Südwesten Sachsens. Sie hat etwa 243.500 Einwohner und liegt am Nordrand des Erzgebirges.

Zwischen 1100 und 1400

Um 1136 wurde das Benediktinerkloster St. Marien gegründet. Gegen 1170 erfolgte die Gründung der Stadt Chemnitz als Reichsstadt. Zum Ende des 12. Jahrhunderts wurden die beiden Türme, der Rote und der Hohe Turm, gebaut. In einer Urkunde erwähnte man die Jakobikirche 1254 erstmals. Zehn Jahre später wurde in einer alten Urkunde die Stadtmauer und die Johanneskirche genannt. Im Jahre 1333 wütete in der Stadt Chemnitz ein Großbrand. 1357 wurde die Chemnitzer Textilherstellung beurkundet. Durch die Textilmanufakturen nahm die Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung. In den siebziger und achtziger Jahren des vierzehnten Jahrhunderts tobten in Chemnitz wiederum Großbrände, die Teilgebiete der Stadt zerstörten.

Ab 1600 – Pest, Großbrände und Hungersnöte

1613 wurde Chemnitz von der Pest befallen. 941 Bürger starben an der Krankheit. Zwanzig Jahre später vernichtete ein Großbrand 300 Häuser der Stadt. Durch den dreißigjährigen Krieg schrumpfte die Einwohnerzahl auf etwa 3000 Menschen, die etliche Jahre später wiederum von der Pest heimgesucht wurden. 132 Personen starben. In den siebziger Jahren des 18. Jahrhunderts wütete eine Typhus-Epidemie und forderte 2000 Todesopfer. Zur gleichen Zeit herrschte eine große Hungersnot.

Industrielle Revolution ab 1800

Die industrielle Revolution begann im Jahr 1800 mit der Eröffnung einer mechanischen Baumwollspinnerei. 1801 wohnten in der Stadt wieder 11.000 Menschen. In den Folgejahren wurden etliche Fabriken, wie Maschinenbaufirmen und Webereien, eröffnet. Eine Poststelle, eine Bibliothek, ein Gymnasium und andere öffentliche Gebäude standen den Bürgern zur Verfügung. Um 1871 wohnten in Chemnitz bereits 68.000 Einwohner. 1883 wurde die Stadt zur Großstadt. 1893 fuhr erstmals die elektrische Straßenbahn in Chemnitz.

Chemnitz ab 1900

Um 1900 lebten in Chemnitz rund 200.000 Menschen. Im Februar und März 1945 wurden durch Bombenangriffe etwa 80 Prozent der Innenstadt zerstört. Im Bombenhagel starben 3500 Menschen.

Ab 1947 erfolgte der Aufbau der neuen Großstadt Karl-Marx-Stadt, wie Chemnitz in der DDR hieß. Es wurden Schwimmbäder, Hochschulen, das Rathaus, Wohnhäuser und vieles mehr neu errichtet oder umgebaut. 1954 wurde das Stadtgebiet überflutet, das Wasser stand hüfthoch. Der Verkehr brach zusammen.
1990 wurde Karl-Marx-Stadt wieder in Chemnitz zurück benannt.
2011 wurde Chemnitz zum Hauptsitz der Landesdirektion für Sachsen.

Industrie heute in Chemnitz

Die Stadt beherbergt etliche große Industriezweige. Firmen der Automobilbranche, Maschinen– und Anlagenbau, moderne Technologiefirmen und vieles mehr haben sich in Chemnitz etabliert. An der technischen Universität studieren ca. 10.000 Studenten.

Chemnitz – die grüne Stadt

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In der Stadt befinden sich ausgedehnte Park – und Grünanlagen. Eintausend Hektar an Grünland, Wald und Naturschutzgebieten geben dem Ort viel Natürlichkeit. Man findet hier die Naturschutzgebiete „Eibsee“ und „Schusterstein“. Ausgedehnte Landschaftsschutzgebiete sind das Chemnitztal, das Sternmühlental und der Rabensteiner Wald.

Freizeit und Sport in Chemnitz

Sport wurde in Chemnitz schon immer großgeschrieben. Namhafte Sportler wie Katarina Witt, Gaby Seifert, Lars Riedel und Michael Ballack kommen aus Chemnitz. Immerhin konnten Chemnitzer Sportler 662 Medaillen in Euro- und Weltmeisterschaften sowie bei Olympischen Spielen holen. Die 220 Sportvereine in der Stadt haben fast 34.000 Mitglieder und man kann in ungefähr 80 Sportarten trainieren oder sich körperlich fit halten. Der Schwimmclub in Chemnitz wurde 1892 gegründet und ist damit einer der ältesten und größten Sportclubs in Sachsen.

Stadt der Moderne

Die Chemnitzer leben in der Stadt der Moderne. Kunst und Kultur tragen klassische als auch moderne Strukturen in sich. Es gibt Bühnen, Museen und Messen in der Stadt. Das größte Musikfestival mit 15.000 Musikern und 150.000 Besuchern fand im Jahr 2013 statt. Das Museum für Naturkunde lädt interessierte Besucher ein. Im Chemnitzer Tierpark leben über 1000 Tiere aus aller Welt. An der Leipziger Straße befindet sich der über 12 Hektar große Botanische Garten. Vor über 290 Millionen Jahren entstand in der Chemnitzer Region der versteinerte Wald, den man heute im Tietz bewundern kann. Er zählt zu den größten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Hochinteressant ist auch der Felsendome Rabenstein. In dessen Dom Saal gibt es außergewöhnliche Klangerlebnisse zu hören: Live Konzerte verschiedener Musiker oder der „Gefangenen Chor“ aus der Oper Nabucco tief unter der Erde.

Kinos, Bars und Bowlingtreffs sowie eine große Anzahl Restaurants und Clubs laden zum Ausgehen ein. Das Kino am Roten Turm hat eine angenehme Atmosphäre und es werden die aktuellsten Filme gezeigt.
Das Bowling Paradies wird allseits gut bewertet. Es handelt sich um eine sehr saubere Anlage mit großzügiger Fläche und freundlichem Personal.

Die Disco Fuchsbau ist ein Szene Club und ein Stammlokal von Jugendlichen und Studenten. Der Club ist nur wenige Meter vom Hauptbahnhof entfernt.